12. Janu­ar 2026

CDU-Fraktionen kritisieren: Landesregierung lässt Ahr-Kommunen mit Personalkosten im Regen stehen

Der Wie­der­auf­bau der durch die Flut zer­stör­ten Infra­struk­tur bleibt eine Mam­mut­auf­ga­be für die Kom­mu­nen im Ahrtal. Um die­se bewäl­ti­gen zu kön­nen, war ein erheb­li­cher Per­so­nal­auf­wuchs in den Kern­ver­wal­tun­gen sowie die Beauf­tra­gung von Pro­jekt­steue­rern not­wen­dig. Die­ser zusätz­li­che Per­so­nal­be­darf besteht bis heu­te fort, da der Wie­der­auf­bau wei­ter­hin mit unver­än­dert hoher Inten­si­tät betrie­ben wird.

Wäh­rend die Kos­ten für die Pro­jekt­steue­rer wie Juli­us Ber­ger Inter­na­tio­nal (VG Alte­n­ahr) oder die Auf­­­bau- und Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft Bad Neu­en­ahr-Ahr­­wei­­ler (Kreis­stadt) durch den Wie­der­auf­bau­fonds voll­um­fäng­lich erstat­tet wer­den, wird der Per­­so­nal-Mehr­­be­­darf in den Kern­ver­wal­tun­gen anteils­mä­ßig durch den Lan­des­haus­halt finanziert.

Doch nun lässt die rhein­­land-pfäl­­zi­­sche Lan­des­re­gie­rung die Ahr-Kom­­mu­­nen mit ihren erheb­li­chen flut­be­ding­ten Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten im Regen ste­hen. Waren für das Jahr 2025 noch fünf Mil­lio­nen Euro im Dop­pel­haus­halt der Lan­des­re­gie­rung für die Erstat­tung der Per­so­nal­kos­ten vor­ge­se­hen, sind es für die­ses Jahr nur noch drei Mil­lio­nen Euro. Ob es im Jahr 2027 über­haupt noch Unter­stüt­zung bei den flut­be­ding­ten Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten gibt, ist aktu­ell noch offen. Dem gegen­über ste­hen flut­be­ding­te Gesamt-Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten in Höhe von 12 Mil­lio­nen Euro, die bei den Ahr-Kom­­mu­­nen anfal­len. Die­se Ein­spa­run­gen machen sich direkt vor Ort bemerkbar.

So hat die Ver­bands­ge­mein­de Alte­n­ahr jähr­lich flut­be­ding­te Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten in Höhe von 1,9 Mil­lio­nen Euro, bekommt die­ses Jahr aber vor­aus­sicht­lich nur noch 665.000 € davon erstat­tet. Bei der Ver­bands­ge­mein­de Ade­nau fal­len Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten in Höhe von 300.000€ an, von denen die­ses Jahr vor­aus­sicht­lich nichts mehr durch das Land ersetzt wird. Auch in der Kreis­stadt sieht es mit vor­aus­sicht­li­chen Erstat­tun­gen in Höhe von ca. 1,08 Mil­lio­nen Euro, denen flut­be­ding­te Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten in Höhe von rund 4 Mil­lio­nen Euro gegen­über­ste­hen, nicht bes­ser aus.

Der Wie­der­auf­bau ist und bleibt ein enor­mer Kraft­akt für die Kom­mu­nen. Dass die Erstat­tung für drin­gend benö­tig­tes Per­so­nal nun so dras­tisch zurück­ge­fah­ren wird, ist nicht hin­nehm­bar.“, erläu­tert Pas­cal Rowald, stellv. CDU-Frak­­ti­ons­­vor­­­si­t­­zen­­der im Stadt­rat von Bad Neu­en­ahr-Ahr­­wei­­ler, die gemein­sa­me Initia­ti­ve der CDU-Fraktionen.

Tors­ten Raths, CDU-Frak­­ti­ons­­vor­­­si­t­­zen­­der im Ver­bands­ge­mein­de­rat Ade­nau, ergänzt: „Über­all in Rhein­­land-Pfalz lei­den die Kom­mu­nen unter der man­gel­haf­ten finan­zi­el­len Aus­stat­tung durch das Land. Die unzu­rei­chen­de Erstat­tung flut­be­ding­ter Per­­so­nal-Mehr­­kos­­ten ver­stärkt die­se Pro­ble­ma­tik bei uns noch ein­mal immens.“

Die Frak­tio­nen der CDU in den Ver­bands­ge­mein­de­rä­ten Alte­n­ahr und Ade­nau sowie im Stadt­rat Bad Neu­en­ahr-Ahr­­wei­­ler for­dern die Lan­des­re­gie­rung auf hier drin­gend nach­zu­steu­ern, indem bei­spiels­wei­se anfal­len­de Haus­halts­res­te akti­viert und den Kom­mu­nen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Nur so kann die lang­fris­ti­ge, finan­zi­el­le Hand­lungs­fä­hig­keit der Kom­mu­nen sicher­ge­stellt werden.

Die Lan­des­re­gie­rung muss eine aus­rei­chen­de finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die kom­men­den Jah­re sicher­stel­len. Nur so ist der Kraft­akt Wie­der­auf­bau für uns vor Ort zu stem­men.“, for­dert die CDU-Frak­­ti­ons­­vor­­­si­t­­zen­­de im Ver­bands­ge­mein­de­rat Alte­n­ahr, Ute Gabri­el und ihr Stell­ver­tre­ter Juli­us Knieps stell­ver­tre­tend für die drei CDU-Frak­­tio­­nen abschließend.